Versicherungen für Pferd und Reiter – Nötig oder Unnötig?

Pferd

Nicht nur für das „normale“ Lebens sind Versicherungen unabdingbar. Auch Pferdebesitzer oder allgemein Reiter, insbesondere auch Reitbeteiligungen sollten gut versichert sein!

Denn schnell ist etwas passiert – und dann kann es sehr teuer werden. Sei es, dass dem Reiter sein Pferd auskommt und in den Straßenverkehr rennt oder gar eine fremde Person verletzt. Man wünscht es keinem, jedoch sollte man immer gut vorbereitet beziehungsweise versichert sein, denn sonst zahlt man den Schaden aus eigener Tasche!

Tipp: Grundsätzlich haftet ein jeder Tierbesitzer für jegliche Schäden, die das Tier oder gar Pferd anrichtet – unabhängig ob ein Verschulden des Halters oder „Führers“ vorliegt oder nicht.

Es gibt verschiedene Tarifstufen und Zahlungsmethoden bei jedem Versicherungsanbieter. Man kann die Tarife in monatlichen Raten oder halb-, viertel- oder gar jährlich begleichen.

Versicherungen für den Reiter

Sei es, dass man als Pferdeliebhaber/-in in einer Reitschule Reitunterricht nimmt, sich den Wunsch einer Reitbeteiligung erfüllen will oder erfüllt hat oder gar den Traum vom eigenen Pferd – ein Reiter oder auch eine Reiterin sollten immer gut versichert sein! Denn schnell kann ein kleiner Fehler oder Unachtsamkeit schwere Folgen nach sich ziehen, wir haben es schließlich nicht mit kleinen Schoß- oder gar Kuscheltieren zu tun. Ein Pferd, sogar ein absolutes Verlasspferd, bleibt leider immer noch ein Fluchttier und kann auch mal einen schlechten Tag haben.

Zu der wichtigsten Versicherung eines jeden Reiters oder einer jeden Reiterin zählt die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sei es beim Knuddeln bzw. Schmusen, beim Führen oder auch beim Reiten – erschrickt sich das Pferd kann schnell schlimmeres passieren. Zum Glück gehen die meisten Unfalle glimpflich aus, jedoch kann es auch schnell zur Berufsunfähigkeit führen. Und ein jeder weiß – ohne Beruf keine finanziellen Mittel und das Überleben kann schwierig werden. Deshalb heißt es: besser durch Vorsorge vorbeugen, als durch Nachsorge geringe Chancen zu haben! Viele Versicherungen bieten eine sogenannte Berufsunfähigkeitsversicherung an, speziell auch für Reiter, da viele Anbieter ein höheres Verletzungsrisiko für Reiter ansetzen.

Versicherungen für den Pferdebesitzer

Eine der wichtigsten Versicherung, die eine absolute Pflicht für jeden Pferdebesitzer ist, ist die sogenannte „Pferdehalterhaftpflichtversicherung“. Diese inkludiert jegliche Schäden, die das geliebte Tier anrichten könnte, sei es an Stalleinrichtungen oder auch bis hin zu Verkehrsunfällen.
Verletzt beispielsweise ein Pferd beim Ausritt einen den Weg kreuzenden Passanten, da es scheut und sich erschrickt, kann es schnell sehr teuer werden. In diesem Fall greift die Pferde- bzw. Tierhalterhaftpflichtversicherung. Hier gibt es verschiedenste Modelle, die man abschließen kann mit den unterschiedlichsten Deckungssummen.

Tipp: Am besten eine möglichst hohe Deckungssumme wählen! Besonders bei Personenschäden können die Schadenshöhen schnell in doppelstellige Millionenhöhen schnellen.  

Hinzu kommt, dass in der Pferdhalterhaftpflichtversicherung nicht automatisch alle Schäden inkludiert sind! Hier ist das Kleingedruckte genau zu studieren – denn häufig sind banale Alltagssituationen wie das Führen am Halfter, das Pflegen oder Reiten durch sogenannte Fremdreiter (hierzu zählt auch Pflege- oder Stallpersonal, die das Tier auf die Koppel bringen) oder gar Reiten ohne Sattel und Trense ausgenommen! Hier sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass dies explizit genannt wird.  

Hinzu kommt, dass beispielsweise auch Hengstbesitzer ein besonderes Augenmerk auf die Versicherungsbedingungen legen sollten. Denn: Deckschäden werden häufig auch ausgeschlossen! Unter Deckschäden werden „Schäden“ eines ungewollten Deckaktes durch den Hengst verstanden und dies kann schnell teuer werden! Der Halter des betroffenen Hengstes muss dem Stutenbesitzer den Ausfall sowie die tierärztlichen Behandlungen des Reitpferdes in Bezug auf den Deckakt bezahlen, häufig bis das Fohlen ein gewisses Alter erreicht hat.

Zu guter Letzt und häufig vollkommen unterschätzt sind die Rettungs- bzw. Bergungskosten. Diese fallen leider zu oft ebenfalls in die kleingedruckten Ausschlüsse des Versicherungsschutzes und der Pferdehalter muss aus eigener Tasche für diese aufkommen. Beispielsweise wenn das geliebte Tier einen Rettungseinsatz der Feuerwehr oder ähnlichen Institutionen auslöst und ggf. auch selbst befreit werden muss.

Nicht selten ist es schon vorgekommen, dass ein Pferd sich im Pferdehänger erschrocken hat und dieser durch die Feuerwehr aufgeschnitten werden musste oder gar ein Tier bei einem Fluchtversuch in eine Brücke eingebrochen ist. Dann wird es schnell sehr sehr teuer, denn ein Feuerwehreinsatz ist alles andere als günstig! Für diese Kosten kommen die meisten Versicherungen leider nicht auf – außer es wird explizit erwähnt! Also unbedingt: Augen auf bei den Versicherungsbedingungen!

Tipp: In einer umfassenden Tierhalterhaftpflichtversicherung sollten das Führen ohne Halfter, das Reiten ohne Sattel, Fremdreiter, Deckschäden sowie Unfall- bzw. Rettungskosten enthalten sein!

Versicherungen für das Pferd

Viele Pferdebesitzer kennen die Angst: das geliebte Tier verletzt sich schwer oder bekommt eine Kolik und muss in die Klinik und operiert werden. Schnell geht die Rechnung in die tausenden Euros. Hierfür gibt es jedoch Lösungen: OP- oder gar Krankenversicherungen.

Die OP-Versicherungen gibt es in verschiedenen Tarifstufen. Von „Basis“ bis „Premium-Plus“ ist alles vorhanden und kann unterschiedliche finanzielle Unterstützung im Ernstfall bieten. Jedoch gibt es viele unterschiedliche Behandlungen oder auch Operationsformen die je nach Tarif mit eingeschlossen oder ausgeschlossen werden. Wer relativ umfassend versichert sein will, sollte den Premium-Plus-Tarif wählen.

Tipp: Häufig bieten Versicherer sogenannte Kombinationspakete zwischen Haftpflicht- und Operationsversicherungen an. Hierdurch können die Kosten gesenkt werden.

Jedoch gibt es auch Vierbeiner, die ein wahres Händchen dafür haben sich selbst zu verstören – einfach vier linke Hufe besitzen. Dann kann können die Tierarztrechnungen schnell Unsummen verschlingen und man weiß sich nicht mehr zu helfen. Hier kann über eine sogenannte Krankenversicherung nachgedacht werden. Diese bietet einen allumfassenden Schutz an und inkludiert zudem auch eine Krankenversicherung.

Auch hier gibt es unterschiedlichste Tarifstufen, je nachdem wie groß der eigene Geldbeutel ist und wie tollpatschig das eigene Pferd, kann sich eine solche Versicherung lohnen!

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